Die jungen Häftlinge, Jungs im Alter zwischen 14 und 21 Jahre, haben ihren Teil zu dieser etwas anderen, mehr als ernüchternden Aufklärung nicht einfach freiwillig, sondern mit großer Begeisterung und mit voller Überzeugung beigesteuert. Sie sind keine Schauspieler. Sie stehen hinter allem, was sie berichten. Weshalb ihre Schilderungen bis hin zu ihren Aufforderungen, Bitten, Wünschen ankommen. Sie überzeugen Gleichaltrige. Ihre Worte fruchten.
Warum das? Sie machten all das nicht, um Hafterleichterungen zu erhalten oder um Bonuspunkte zu sammeln. Nein. Sie haben ein unmissverständliches Anliegen, eine eindeutige Botschaft, für die Kinder und Jugendlichen in Freiheit. In erster Linie für Jungen und Mädchen, die „krumme Dinger“ drehen, die auf der „schiefen Bahn“ sind.
Ihre Botschaft: „Bleib’ stark. Bleib’ sauber.“ Ihre Mission: informieren, aufklären, nachdenklich stimmen. Letztendlich zum Umdenken motivieren und zum Umkehren auffordern. Motto & Ziel #NiemalsKnast.
Die authentische, erfrischende, junge Kinder-, Jugend- und Gewaltprävention kommt bei der Zielgruppe an. Die Schülerinnen und Schüler werden und fühlen sich während der Prävention „Die JVA goes Schule“ direkt und ganz persönlich angesprochen. Von den Häftlingen in ihrem Alter, die im „Knastfilm“ – einer Dokumentation über rund zwölf Minuten – ihre Worte ganz gezielt und unverblümt an die Jungen und Mädchen in ihrem jeweils geschützten Raum richten. All das ohne den erhobenen Zeigefinger oder altkluge, bekannte, oft ätzende Sprüche.
Die jungen Häftlinge schildern Wege in den Knast. Noch mehr beschreiben sie ihren Alltag hinter Gittern, welcher vom Aufstehen bis zum Schlafen Tag für Tag, Woche für Woche und Monat für Monat komplett durchgetaktet ist. Selbst Emotionen, ihre Ängste, werden nicht verborgen. Plus die Scham vor ihren Eltern, Geschwistern. Alles glaubwürdig, ungefiltert und unzensiert.
Seit Februar 2024 gibt es unser Angebot, diesen akustischen und virtuellen „Schulausflug in den Knast“. Die Prävention für Kinder ab zwölf Jahren beziehungsweise ab Klasse 6 oder 7.
Bei einigen Schulen im Land bin ich, Werner (Herkert), 2026 zum dritten Mal in Folge willkommen. Da dort diese Aufklärung einmal pro Schuljahr inzwischen fest verankert ist. Für verschiedene Klassenstufen. Einzeln oder in der Gruppe. Meist über die jeweilige Schulsozialarbeit oder auch den Gemeinschaftskunde- und Religionsunterricht.
Es geht um „Jugend und Recht“ und in diesem Rahmen um das Vermitteln dazu passenden, wichtigen Informationen bis zu Werten. Zudem das eigene Einstehen für die Folgen, bei und für ihre Taten – von Mobbing über Erpressung bis brutaler Gewalt. Die Konsequenzen bei Straftaten sind und werden mittels „Die JVA goes Schule“ allen schnell sehr klar.
Die Botschaft #NiemalsKnast überzeugt. Unsere Prävention setzt vieles in Bewegung. Das zeigen die Reaktion während und nach ihr. Sowie die Rückmeldungen aus den Schulen plus die weiteren Einladungen Jahr für Jahr. Jedoch natürlich nur dann, wenn sie live vor Ort stattfindet. Ob Klassenzimmer, Aula, Mensa, Jugendhaus, Gemeinde-, Turn- oder in der Stadthalle.
… Glück auf …

