Es gibt im Leben von uns allen, beruflich wie privat, immer wieder entscheidende, einschneidende, gar wegweisende Begegnungen, Begebenheiten und prägende Menschen. Welche, die Anstöße liefern, die wichtige Weichen stellen. Die kritisieren, motivieren, wachrütteln. Die uns die Augen öffnen, den hin und wieder steilen, steinigen Weg ebnen, ab und zu dank ihren Kontakten helfen. Kurz: Die mit Rat und Tat zur Seite stehen. In der Regel uneigennützig, kollegial bis freundschaftlich. Sie geben einem echten Rückenwind – in Theorie und Praxis. Ganz gezielt; mit Vorsatz oder auf unsere Bitte, unseren Wunsch hin. Oder teils auch vollkommen unbewusst.

Prägende Menschen werden zu Leitbildern, zu Stützen, zu Lebzeiten und darüber hinaus zu wichtigen, „live-haftigen“ Mentoren. Es folgen vier (Fach-)Männer, Kollegen und teils Freunde, die ihren ganz persönlichen Anteil an unserem Büro „Die Anti-Fehlerteufel“ hatten und weiterhin auch haben: Herbert Neumann (FAZ), Jürgen Bischoff (GEO), Ulrich Kienzle (ARD, ZDF) und der legendäre, weltberühmte Autor, Journalist, Schriftsteller, Verleger Mark Twain – mit bürgerlichem Namen Samuel Langhorne Clemens.

Herbert Neumann (u. a. FAZ)
1989, Pressekonferenz der „World Games“, Karlsruhe. Die „Weltspiele der Nicht-Olympischen-Sportarten“ stehen kurz vor ihrer Eröffnung, in einem Sommer, den niemand jemals vergisst, der und die diesen hautnah miterlebt. Vor unserem Journalisten-Team steht Herbert Neumann (FAZ). Für die „World Games“ als Leiter der Redaktion des Pressebüros präsentiert. Wie er mit uns Frauen und Männern die unzähligen journalistischen Aufgaben angeht und bewältigt, hinterlässt bis heute seine Spuren. Fachlich, organisatorisch, menschlich. Was ein humorvoller, scharfsinniger Lehrmeister. Seit rund 50 Jahren schreibt er für die FAZ. Ein Urgestein. Ein Könner. Ein vorbildlicher Profi.

Mehr zu Herbert Neumann: de.wikipedia.org/wiki/Herbert_Neumann_(Journalist)


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Jürgen Bischoff (u. a. GEO)
Das Wort „Freund“ hat eine besondere Bedeutung. Insbesondere, wenn es um einen tatsächlichen Freund geht, im Privaten und im Beruflichen.
Jürgen Bischoff – er starb viel, viel zu früh – ist und bleibt über die Jahrzehnte ein echter, wahrer Freund und ein brillanter, überaus geschätzter Journalist. Kollegial, sozial, ehrlich, offen, standhaft, diskussionsfreudig. Wann immer er gefragt wird, ist er hilfsbereit.
Jürgen ist auch streitbar. Jedoch niemals streitlustig. Er geht den Dingen, den Geschichten und vor allem den Menschen auf den Grund. Lotet aus, geht in die Tiefe – so tief er kann. Und Diskussionen, selbst kernigen, zeigt er sich nur selten abgeneigt. Wenn er einen Text redigiert, überarbeitet, wird dieser immer besser. Perfekt. Wer Jürgen kennt, auch privat, wer ihn schätzt, verleiht ihm bis heute anerkennend und in tiefer Freundschaft das Prädikat „Besonders wertvoll“. Was sicherlich nicht nur seitens den GEO-Redakteuren gilt. Wir danken ihm und wir vermissen „unseren Jürgen“.

Mehr zu Jürgen Bischoff: www.geo.de/magazine/geo-magazin/18530-rtkl-nachruf-die-geo-redaktion-trauert-um-juergen-bischoff


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Ulrich Kienzle (u. a. ARD, ZDF)
Streitbar, das war und das bleibt er, bis zu seinem Ende: Ulrich Kienzle. Oh, und wie. Nicht nur gegenüber Bodo Hauser während ihren legendären ZDF-Sendungen „Frontal“. In den 90ern eine echte politische TV-Revolution. Ihr wöchentliches Polit-Magazin. Ihre Moderationen: Niemals vorab im Studio in Mainz aufgezeichnet. Dafür jedoch zigfach ausgezeichnet. Alles live, beide(s) Streithähne, ungeschminkt, unzensiert, dienstagabends.
Hauser und Kienzle, inzwischen beide tot, sind keine Freunde. Ganz im Gegenteil. Die Beiden sind sich seltenst grün. Auch deshalb werden ihre verbalen politischen Schlagabtäusche auf der Mattscheibe oftmals bahnbrechend, ja regelrecht legendär. Kultige Wortspiele, juristisch stets sattelfest, scharfsinnig, zynisch. Jedoch nie bösartig. Böse, das ist unser Freund und Mentor Uli nicht. Nie. Die Auseinandersetzung mit seinen Gegenüber zählen. Er sucht immer „Gegner“, keine Opfer. Speichellecker: für ein Graus. Und für ihn ist guter, kritischer, den Leuten aufs Maul schauender Lokal- und Regional-Journalismus wichtig. Auch in Bremen bei „buten un binnen“. Den Ritterschlag bringen ihm seine Auslandsjahre, Reportagen aus Kriegs- und Krisengebieten im Nahen Osten, ein. Seine Interviews. Das mit Saddam Hussein. Uli, danke, für alles – Du fehlst.

Mehr zu Ulrich Kienzle: de.wikipedia.org/wiki/Ulrich_Kienzle


Mark Twain (u. a. Die Abenteuer von Tom Sawyer und Huckleberry Finn)
Wer in und um Heidelberg lebt, wird oder sollte das wissen: Mark Twain war ein „Heidelberger“. Für einige Monate, die er lesenswert 1880 in seinem Buch „Bummel durch Europa“ (Diogenes) verewigt. In der Zeit schreibt er auch das Werk „The awful German language“, zu deutsch „Die schreckliche deutsche Sprache“ (Sindlinger Burchartz). Aus Sicht von Samuel Langhorne Clemens, wie er bürgerlich heißt, sicher verständlich. Als US-Amerikaner. Dennoch beschäftigt er sich mit ihr. Leidenschaftlich. Zum Beispiel übersetzt er den „Struwwelpeter“ ins Englische. Seine Liebe zu Sprachen, zur Schreiberei ist bis heute ansteckend. Twains Brillanz seiner Wortspiele, seine spitze Feder, sein Wissensdurst, seine Weltoffenheit, seine Werke sind für uns Ansporn und weit mehr. Was für sein Fehlverhalten, seine heftigen Widersprüche nicht gilt.

Mehr zu Mark Twain: de.wikipedia.org/wiki/Mark_Twain